Es war die Weininger Dorfgeschichte schlechthin. Unter der Linde beim Lindenplatz sollen alte, wertvolle Weinflaschen vergraben sein. Dieser Legende wurde mitte Juni auf den Grund gegangen. Polier Heinz Stähli von der Baufirma Leuthard riss den Baumstrunk der Linde mit dem Bagger aus dem Boden. Doch darunter waren nur Erde, Steine und tote Wurzeln des Baumes, der laut Legende über 200 Jahre alt war.

War die Legende also nicht wahr? So schnell gaben Stähli und sein Team nicht auf. Er schaufelte immer tiefer in den geheimnisumwobenen Untergrund des Lindenplatzes. Doch es hat nicht wollen sein. Auch beim letzten Versuch, den wertvollsten Weininger Tropfen zu finden, kam nichts zum Vorschein: Mit dem Bagger zerlegte Stähli den Baumstrunk in seine Einzelteile, um zu sehen, ob der Baum sich die Weinflaschen allenfalls einverleibt hatte. Fazit: Die Weininger Urahnen haben ihren Wein lieber selber getrunken, als ihn für ihre Nachfahren zu verbuddeln.

Doch zurück zu den Baggerarbeiten im geheimnisvollen Lindenplatz-Untergrund: Ist die Legende von den alten Weinflaschen nun endgültig tot, nachdem der Boden unter der Linde keinen Schatz barg? Nicht ganz. Schmunzelnd spekulierten die Beteiligten der Baumstrunk-Entfernung darüber, ob jemand einen unterirdischen Gang zum Lindenplatz gegraben und sich die alten Weinflaschen geschnappt hatte, ehe der Bagger kam. Auch über erste Verdächtige tauschte man sich aus. Und so kann mit etwas gutem Willen die Legende von den Weinflaschen unter der Linde weiter bestehen.

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